1. Unterschiede in Konstruktion und Funktionsprinzip (1 […]
1. Unterschiede in Konstruktion und Funktionsprinzip
(1) Anzahl der Schnecken und Eingriffsart
Ein Doppelschneckenextruder besteht aus zwei ineinandergreifenden Schnecken, die durch koordinierte Rotation eine Zwangsförderung und Scherung des Materials erreichen. Ein Einzelschneckenextruder hingegen nutzt lediglich die Rotationsreibung einer einzelnen Schnecke, um das Material zu fördern. Die Eingriffskonstruktion der Doppelschnecken ermöglicht eine geschlossene Kammer, was die Stabilität der Materialförderung deutlich verbessert.
(2) Fördermechanismus
Einzelschnecke: Aufgrund des Reibungswiderstands zwischen Material und Zylinderinnenwand wird die Förderleistung leicht von dessen Viskosität und Gleitfähigkeit beeinflusst. Pulver oder hochviskoser Gummi neigt zu instabiler Förderung oder „Rutschen“.
Doppelschnecke: Die Fördertechnik nutzt Verdrängertechnik und zwingt das Material durch die geometrischen Grenzen der ineinandergreifenden Schnecken. Sie eignet sich besser für viskosen Gummi, Pulver und Füllstoffe und eignet sich besonders für Gummimischungen mit hohen Füllstoffen (z. B. Ruß und Silikon).
2. Mischeffizienz und Produktqualität
(1) Scher- und Mischvermögen
Der Doppelschneckenextruder erreicht durch das Scherfeld und die Knetblockkonstruktion in der Verzahnungszone eine effiziente distributive und dispersive Mischung und gewährleistet so eine gleichmäßige Verteilung von Kautschuk und Additiven.
Die Mischwirkung eines Einschneckenextruders hängt vom Rückfluss und der Scherung in der Schneckennut ab. Die Mischgleichmäßigkeit ist gering, und es kommt häufig zu lokaler Überhitzung oder ungeschmolzenen Partikeln, was die Konsistenz der mechanischen Eigenschaften von Kautschukprodukten beeinträchtigt.
(2) Verweilzeitverteilung
Der Doppelschneckenextruder zeichnet sich durch eine kurze Materialverweilzeit und eine enge Verteilung aus, wodurch das Risiko einer Zersetzung von wärmeempfindlichem Kautschuk verringert wird. Der Einschneckenextruder hingegen hat eine längere Verweilzeit, die zu Anbrennen oder übermäßiger Plastifizierung führen kann.
3. Prozessanpassung und Sonderfunktionen
(1) Materialanpassung
Der Doppelschneckenextruder kann hochviskosen Kautschuk, pulverförmige Rohstoffe und Formulierungen mit hohem Füllstoffanteil verarbeiten und auch unvorgemischte Trockenmischungen direkt verarbeiten. Der Einschneckenextruder eignet sich besser für die Extrusion von niedrigviskosem oder vorplastifiziertem Kautschuk.
Doppelschnecken zeichnen sich durch eine hervorragende Absaugleistung aus. Sie entfernen flüchtige Bestandteile durch mehrstufige Vakuumabsaugung und vermeiden so Blasenbildung. Einschnecken haben eine geringe Absaugleistung und erfordern zusätzliche Ausrüstung.
(2) Selbstreinigungsvermögen und Wartung
Der Rückwärtsschereffekt der Eingriffszone von Doppelschnecken kann anhaftende Materialien abstreifen, Rückstände und Kreuzkontamination reduzieren und erfordert keine Reinigungspausen bei Materialwechsel. Einschnecken neigen zur Ansammlung von totem Material und müssen regelmäßig zerlegt und gereinigt werden.
Doppelschnecken verschleißen gleichmäßiger und haben eine längere Lebensdauer. Einschnecken weisen hingegen einen stärkeren lokalen Verschleiß auf und müssen häufig ausgetauscht werden.
IV. Energieverbrauch und Produktionseffizienz
(1) Energieeintrag
Doppelschnecken zeichnen sich durch einen hohen Wirkungsgrad der mechanischen Energieumwandlung und einen geringen Heizenergieverbrauch aus. Einzelschnecken benötigen zur Plastifizierung externe Heizung und haben einen höheren Energieverbrauch.
Der spezifische Energieverbrauch von Doppelschnecken ist um mehr als 30 % niedriger als der von Einzelschnecken, insbesondere bei der kontinuierlichen Großproduktion.
(2) Produktionskapazität und -stabilität
Das Extrusionsvolumen von Doppelschnecken ist stabil und eignet sich für hochpräzise Produkte. Einzelschnecken sind anfällig für Druckschwankungen und weisen große Leistungsschwankungen auf.
Das L/D-Verhältnis von Doppelschnecken lässt sich flexibel einstellen, und komplexe Prozesse lassen sich durch eine mehrstufige Temperaturregelung realisieren. Bei Einzelschnecken ist das L/D-Verhältnis fest vorgegeben, und die funktionale Skalierbarkeit ist eingeschränkt.